Die Digitalstrategie der Internet-Giganten Google und Facebook

Google rüstet mit dem Google Buy-Button im mobilen eCommerce und Facebook startet durch mit Instant Articles im redaktionellen Marketing

Auch die Großkonzerne des Internets müssen sich im Kampf um Kunden und Beliebtheit bei veränderten Nutzungsgewohnheiten was Neues einfallen lassen.

Google hat die zunehmende mobile Nutzung des Internets schon lange zugesetzt, wird hier doch die größte Einnahmequelle – Google Adwords – geschmälert. Wer schon einmal mit dem smartphone im mobilen Browser versucht hat, in das Google Suchfeld sein Interesse einzutippen, wird wissen, wovon die Rede ist. Darüber hinaus bietet das kleinere Display nur weniger Platz für Adwords-Anzeigen, gleichzeitig fällt der cpc (cost-per-click). Google steuerte bereits mit einigen Aktionen gegen sinkende Zugriffszahlen mit zum Beispiel eigenen App-Entwicklungen fast aller Google-Produkte und weiteren mobilen Zusatzangeboten für Marketingkampagnen.

Letzter Clou diesbezüglich war sicherlich auch das kürzlich durchgeführte Google-update, mit dem Unternehmen aufgefordert wurden, ihre Websites mobil zu optimieren und damit auch mehr Interesse für die mobile Suche zu entwickeln. Denn nur wenn die Suchergebnisse auch mobil sauber dargestellt werden, wird weiterhin auch mobil gesucht und dafür auch mobile Werbung (Adwords) geschaltet. Auch Unternehmensinhalte aus Apps sollten dazu beitragen, dass die Angebote dieser Unternehmen in den Suchmaschinenergebnissen besser positioniert sind und die mobile Nutzung weiter – hier mit App-Ergebnissen – unterstützt wird.

Nun schlägt Google gleich zwei Fliegen mit einer Klappe und stützt mit dem Google Buy-Button als ad extension – damit bezahlt – den mobilen eCommerce. Im mobilen eCommerce haben viele Retailer den check-out-Prozess noch nicht mobil optimieren können und würden mit der von Google angebotenen Funktion diese Hürde einfacher überwinden. Gleichzeitig profitieren sie von einer höheren Reichweite mit direkter Kaufoption, die ihnen Google anbietet. Natürlich zunächst nur in den bezahlten Suchergebnissen- Google Adwords.

Facebook hat einen anderen Strategiepunkt umgesetzt, das neue Feature – Instant Articles. Diese erlaubt den Facebook Nutzern, Artikel, die in ihrer timeline auftauchen, direkt auf Facebook zu lesen ohne dafür auf die Seiten der Medienunternehmen verlinkt zu werden. Nicht minder große Vertreter als die New York Times, brit. Guardian, NBC und BBC, Spiegel Online und BILD sollen auf das Angebot bereits eingegangen sein. (Quelle: http://www.zeit.de/kultur/).

Was für Facebook eine wertvolle zukunftsweisende Strategie ist, um die Verlage, Sender und Medienhäuser für sich zu gewinnen, sorgt insbesondere in Europa für Diskussionen.

Diese Diskussionen brennen insbesondere hierzulande nun um die ‚Gefahr der Privatisierung der Medien’, die zwar sicherlich schon längst begonnen hat, aber nun in Zeiten neuer, digitaler Geschäftsmodelle noch einmal gänzlich neu entfacht ist. Dagegen halten andere, dass insbesondere der Entzug der staatlichen Kontrollmechanismen, die Meinungsfreiheit in einigen Ländern überhaupt ermöglichte, z.B. der Arabische Frühling durch Twitter und Facebook.

Beide Strategien zeigen, wie scheinbar kleine harmlose Erneuerungen für große Wellen sorgen können. Man kann davon ausgehen, dass die Effekte und Reaktionen genauestens beobachtet werden, um die Feature zu optimieren und auszubauen, und natürlich die Beliebtheit der Kunden und Reichweite weiter zu steigern.